Donnerstag, 29. Mai 2014

Insider// Herr Max Hamburg

Viele von euch kennen diese Institution in Hamburg sicherlich schon. Wenn nicht wird dies aber höchste Zeit, denn Herr Max ist eines der schönsten Cafés der Hansestadt. Ganz prominent an der Sternschaze gelegen, beherbergt es einen traumhaften Innenraum mit blauen Kacheln. Für mich ist Herr Max die perfekte Mischung in einem Café zwischen angenehmer wuseliger Anonymität und einem entspanntem kleinen Rückzugsort.
Es hat die perfekte Größe, es ist nicht so leer oder klein, dass man als einer der Gäste unter permanenter Beobachtung steht, weder ist es so überfüllt und unangenehm laut, dass man sich darin vorkommt wie in einer Bahnhofshalle. Das perfekte Mittelding zwischen Anonymität und Beachtung.
Getoppt wird das Ganze nicht nur durch die traumhafte Einrichtung aus weißen alten Stühlen, mit eleganter Polsterung und zierlichen altmodischen Sofas, die direkt aus dem hause einer vornehmen alten Hansestadtdame stammen könnten, sondern auch durch die wirklich leckeren Kuchen und Gebäcke.
Ich kann euch wirklich den Erdbeerkuchen empfehlen, so häufig war ich schon enttäuscht von diesem Klassiker der Backkunst. Zu matschig, zu süß, zu schlecht das Verhältnis zwischen Boden und Früchten. Nicht so der Erdbeerkuchen von Herrn Max. Eine Perfektion in sich, genauso wie der Kuchen immer schmecken sollte. Der Urvater des Erdbeerkuchens, sozusagen.
Dieses Café ist wirklich wunderschön und ihr solltet ihm auf jeden Fall einen Besuch abstatten, wenn ihr euch eh schon einmal durch die kleinen süßen Läden rund um die Sternschaze shoppt. Das Café findet ihr unter folgender Adresse: Schulterblatt 12 in 20357 Hamburg. Früher war es einmal ein Milchgeschäft aus dem Jahre 1905 und ich finde das gibt dem Ganzen noch mal einen ganz zauberhaften Hintergrund. Das Aussehen und der Style dieses Ladens sind so sehr nach meinem Geschmack, dass ich da direkt einziehen würde. Wildblumen in einem Krug, alte Kacheln, kahle Glühbirnen, sündhaftes Gebäck und altmodisch geschwungene Tische und Stühle.
Herr Max, jedes Mal und immer wieder!

Sonntag, 18. Mai 2014

Roadtrip Marokko// Marrakesch (Part I)

Kommen wir nun endlich nach Marrakesch. Nachdem wir die Nacht von Rabat nach Marrakesch unfreiwillig durchfuhren, weil wir auf dem Weg keine Bleibe fanden, die nicht aussah wie ein Drogenumschlagsplatz, beschlossen wir, nicht mehr um halb eins nachts durch verlassene Kleinstädte zu fahren, sondern die Strecke  nach Marrakesch direkt zurückzulegen. Das klappte unglaublich gut und nach einer kurzen Nacht, hatten wir so einen halben Tag mehr in Marrakesch gewonnen. Eigentlich war Marrakesch der wahre Grund der Reise. Ich wollte schon immer dorthin. Es hat einen magischen Reiz und bei diesem wundervollen Wort schossen mir sofort die Assoziationen von vollen Souks, würzigen Düften und bombastischen Farben durch den Kopf.
Und genauso war es, Farben über Farben. Enge Gassen, ein Labyrith aus Soukgängen, in denen wir uns verirrten. Der dampfende Djemaa el Fna, Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler, Seidenfärberein, Gewürzpyramiden und ein Gedränge an Menschen, Eselkarren und Motorrädern.
Marrakesch war überwältigend. Diese Stadt besteht nur aus kleinen Gängen und Gässen. Tausend Abzweigungen führen einen in die Irre und wenn man sich mal wieder verläuft, dann oriertiert man sich immer wieder zurück zum Hauptplatz.
Der Djema el Fna, bildet den Mittelpunkt des ganzen Wirrwarrs. Tagsüber sind hier pfiffige Schausteller und Orangenverkäufern zu finden. Nachts verwandelt sich der Platz in einen Essmarkt, mit hunderten von rauchenden Essenständen, die alle das gleiche anbieten, aber um jeden Kunden kämpfen. Nachts steigt dann der würzige Duft der Stände in den dunkelblauen Himmel über Marrakesch herauf, während daneben Geschichtenerzähler und Gaukler spielen. Über der ganzen Atmosphäre liegt das stetige Wummern von Trommeln und der Gesang des Muezzins.
In den ersten Tagen, erkundeten wir die Souks. Ich wurde nicht müde, die verschiedenenen Abteilungen abzulaufen und meine mentale Einkaufsliste um immer mehr Artikel zu ergänzen. Hammamtücher, eine Kette, ein Silberarmband, Gürtel, Gewürze, eine Ledertasche, echter Safran...
Und natürlich schauten wir uns auch den Jardin Majorelle an, den Garten in dem auch Yves Saint Laurent wohnte. Ich verliebte mich sofort in diese verschwenderische Blütenptracht und dieses erschlagend, stechende Blau.
Vier Tage hatten wir in Marrakesch und so wird nächste Woche noch ein Part II folgen, denn diese ganze Schönheit kann ich nicht nur in dreizehn Bildern festhalten. 
Marrakesch war anders, als ich erwartet hatte und doch mit einem ganz eigenen wundervollen Zauber, der mein Herz direkt wieder voller Sehnsucht seufzen lässt.
Man muss diese Atmosphäre einmal erlebt haben in seinem Leben. Dieses elektrisierende Knistern, das die ganze Zeit in der Luft liegt, während es sich mit Gerüchen, lautem Arabisch und orientalischer Musik verbindet, die allzeit durch die Stadt wabert.

Freitag, 16. Mai 2014

Rezept// Zucchinisuppe

Ganz ehrlich? Ich haue ja Zucchini in so fast alles rein. Ein scharfes Curry? Klar passt da Zucchini rein! Die Bolognesesauce? Niemals ohne! Ein Auflauf? Hau´s rein! Dieses Gemüse hat es mir irgendwie angetan. Warum also nicht auch mal Zucchinisuppe probieren? In Marokko aßen wir nach einer langen Fahrt in unserem Hostel etwas ausgehungert als Vorspeiße zur Tajine eine unglaublich leckere "Soupe de courgettes". Vielleicht kam sie mir auch nur wie der Himmel auf Erden vor, weil wir uns den ganzen Tag über nur von Crackern und Cola light ernährt hatten und mir furchtbar kalt war. Aber egal, die Suppe war jedenfalls ein Träumchen und ich beschloss, dies unbedingt auch zu Hause kochen zu müssen.
Nun ist unser Mai so herrlich verregnet und nach diversen Geburtstagen und meiner Zeit im Krankenhaus muss ich ein wenig leichter essen. Da passt eine Suppe ganz hervorragend- eine Zucchinisuppe natürlich. Vor allem wenn einem noch das Fernweh und die wunderbaren Erinnerungen an Marokko in den Knochen stecken und man am liebsten wieder zurück möchte.
Diese Suppe ist so pippieinfach und megafix zu kochen. Absolut perfekt vorzubereiten an stressigen  Tagen und eine leckere Gaumenfreude.
Zutaten:
3 Zucchinis (insegsamt ca. 850g, wer mag gerne mehr)
2-3 Zwiebeln (je nach Größe)
1 Liter Bio-Gemüsebrühe
Salz/Pfeffer
100ml Weißwein
Kochsahne (fettreduziert)
kleiner Bund frische glatte Petersilie
Toastbrot
Olivenöl

Gemüsebrühe aufsetzen. Zucchinis halbieren und in Scheiben schneiden. Zwiebeln viertel und anschließend mit der Zucchini in die siedende Gemüsebruhe geben.  Weißwein hinzugeben und alles ca. 15min köcheln lassen. Anschließend die Suppe durchpürieren und die Sahne unterrühren. Mit Salz und Pfeffer, sowie etwas Gemüsebrühe abschmecken. Petersilie kleinschneiden und dazugeben. Toastbrot in Stückchen schneiden und in Öl zu Croûtons rösten.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mittwoch, 14. Mai 2014

Roadtrip Marokko// Volubilis

Ein wenig tue ich mich mit diesem Post schwer. Es ist keine besonders große Etappe unseres Marokkoroadtrips, aber dennoch war sie ein Teil der Reise und ich will wirklich gerne all die unterschiedlichen Orte, die wir gesehen haben, zeigen. Deswegen bekommt auch dieser kleine Abstecher der Reise seinen Platz. Dafür aber dieses mal mit weniger Worten. 
Nachdem wir die Nacht in Moulay Idriss verbracht hatten, noch ganz beseelt von einem wunderschönen Sonnenuntergnag vor traumhafter Kulisse und einen spektakulären Sternenhimmel in der Nacht, fuhren wir am nächsten Tag nach Volubilis. Eine Ausgrabungsstätte nicht unweit von Moulay Idriss entfernt. Kultur muss ja auch mal sein.
Wenn man schon mal in der Nähe ist, dann sollte man sich das alles einmal anschauen. Umgeben von Olivenbäumen liegen alte römische Hausfassaden und Mossaike. In der Antike war Volubilis eine wichtige römische Stadt, an deren Standort möglicherweise auch eine kartagische Siedlung stand (jaja, kleiner Geschichtsexkurs).
Leider ist alles komplett der Witterung ausgesetzt, sodass man dies den filogranen Mossaiken langsam ansieht. Man merkt einmal mehr, dass Kulturpflege ein wirkliches Luxusgut ist und das in armen Ländern die Prioritäten nicht auf das Erhalten von Steinstücken ausgerichtet sind, sondern auf dringendere Probleme .
Wirklich schön ist, dass man in Volubilis oder Walili wie es auf arbaisch heisst, alles  erkunden darf. Überall darf man hinklettern und sich zwischen Hauswänden herschieben. Die Sonne schien dabei stark auf uns herab, die alten Straßen lagen einsam vor uns und während die Grillen im Unterholz zierpten, staubten unsere Schuhe ein.
Am gleichen Tag fuhren wir noch nach Rabat, der Hauptstatdt Marokkos und schon am nächsten Tag sollte es endlich nach Marrakesch gehen! 

Freitag, 9. Mai 2014

Memorybook// Februar 2014

Heir wieder ein Eintrag aus meinem Memorybook. Das Buch habe ich von Bina bekommen und fülle es mit Erinnerungen meines Jahres. Im Februar war viel los, ich beendete mein Erasmusjahr, fuhr vorher noch in die verschneiten spanischen Berge, feierte mich durch Madrid und kam schließlich pünktlich zum Karneval wieder in Köln an. Es drehte sich also alles um Abschied, Zurückkehren und Wiederankommen. Volver!
Auf der ersten Seite zeige ich in kleinen Bildern, was alles in dem Monat passierte, auf er Rückseite findet man eine Erklärung dazu. Mit meinem Dymo habe ich das Wort Volver plus seine Definition ausgestanzt, da dies mein prägendes Wort in diesem Moant war.
Im Weiteren zeige ich meinen Ausflug in die Sierra de Guadarrama. Bei der darauffolgenden Doppelseite habe ich eine Collage aus Bildern eingefügt, die einen unserer letzten Abende in Madrid zeigen. Er wurde feucht-fröhlich bis in die Morgenstunden zelebriert.
Ich beendete im Februar mein Erasmusjahr und so endete meine Zeit in Madrid. Dazu habe ich einige meiner Lieblingsbilder dieser Zeit in drei Collagen eingefügt und auf drei Seiten gezeigt. Dazu habe ich sowohl mein Einpackchaos als auch den Blick aus dem Fenster mit meiner Rückflugkarte eingefügt. Ich weiß wirklich nicht, wie ich jemals so viel Gepäck nach Madrid gebracht habe und wie es sich in nur sechs Monaten so verdoppeln konnte.
Diese letzte Seite zeigt Bilder aus dem diesjährigen Karnval. Weiberfastnacht, Geisterzug und wie immer das Brauhaus. Und da mit meiner F. an Karnval auch noch ein paar lustige Bilderreihen entstanden sind, habe ich diese einfach zusammengeklebt.
Wenn ihr also auch damit anfangen wollt, dann werdet ihr in Binas Shop fündig. Ihr solltet euch auch ganz dringend Binas Blog ja- Sagerin anschauen, denn auch sie stellt dort ihr Memorybook vor.

Sonntag, 4. Mai 2014

Roadtrip Marokko// Meknes & Moulay Idriss

Nachdem ich letzte Woche leider ins Krankenhaus musste um operiert zu werden, musste ich eine kleine unfreiwillige Blogpause einlegen. Dafür geht es heute weiter mit dem zweiten Teil meiner Marokkoreise. Die ersten Tage verbrachten T. und ich in Fez, mieteten uns ein Auto und fuhren schließlich los. 
Musik an, Fenster herunter und vorbei an dem safrigsten grünen Gras das ich je gesehen habe. Weite weiche Hügellandschaften und vorbei an Olivenheinen. Erster Abstecher war Meknes, eine kleine Stadt mit schönen Gässchen. Dort besuchten wir eine alte Koranschule, ich fand es wirklich interessant einmal einen Eindruck von diesem Leben zu erhlaten. Und oben auf dem Dach hatte man einen herrlichen Blick auf das ganze Umland.
Wir blieben nur den Vormittag in Meknes, diese Zeit reichte für uns vollkommen aus um die Stadt kennenzulernen. Außderm wollten wir noch weiter fahren bis nach Moulay Idriss. Einem kleinen abgelegenen Dorf, eingerahmt von Bergen und auf der Spitze eines Hügels gelegen. Dort wollten wir die Nacht verbringen.
Wir fuhren also weiter nach Moulay Idriss, schlängelten uns um kleine Straßensteigungen entlang und machten die Bekannschaft mit Schafherden und gefährlich qualmenden Lastwagen vor uns. Die fahrt nach Moulay Idriss war optisch wirklich wunderschön. Hinein in den frühen Abend und mit lauwarmer Luft auf der Haut.
Moulay Idriss selber war atemberaubend. Keine weiteren Touristen (wie schön!), sehr klein und unglaublich verwinkelt. Es gab keine großen touristischen Highlights, das Städtchen selber erfüllte diesen Part. So versteckt hinter Hügeln und ruhig zurückgezogen, hatte es seinen eigenen Charme. Ein kleiner, abgelegener Mikrokosmos. Und es beschwerte uns einen spektakülären Sonnenuntergang.
Diese pure Schönheit von Licht und Landschaft brachte mein Herz zum Seufzen. Wir kletterten, begleitet von ein paar streitenden Marokkanern die sich uns als Führer anbieten wollten, auf eine Terasse oberhalb der Stadt. Viele Stufen und steile Gässchen entlang, bot sich dann ein wundervoller Anblick. Ich fand es fantastisch zu sehen, wie exakt sich das Dorf auf die Hügelkuppe gesetzt hatte. Im Hintergrund blühte die grüne Landschaft und eine Hügelkette verschwand milchig-weich in der Ferne. All das tauchte sich in der untergehenden Sonne in ein flammendes rotgoldenes Meer. Definitv ein Höhepunkt der Reise und ein unvergesslicher Moment im Leben.
Auch in der Nacht zeigte Moulay Idriss seine ganze Schönheit. T. und ich kletterten nachts noch auf die Terasse unseres Riats, begleitet dieses mal von der Hausschildkröte und staunten über den sagenhaften Sternenhimmel. Ich als Stadtkind habe selten so viele Sterne gesehen. So fern ab von leuchtenden, pulsierenden Städten war der Himmel viel klarer und je länger wir hinauf blickten, desto mehr sahen wir. Ein wunderbarer Beginn unseres Roadtrips.
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