Dienstag, 12. November 2013

Tanzendes Segovia

Wollt ihr wieder mit mir verreisen? Ab in eine andere spanische Stadt? Oder besser gesagt Städtchen. Denn Segovia ist für ein Großstadtmädchen wie ich eines bin und das momentan in einer Hauptstadt mit knapp drei Millionen Einwohnern lebt, wirklich ein kleines ruhiges, pittoresk anzuschauendes Fleckchen. Hier lümmelt die Katze auf den heißen Steinen in der Mittagssonne und tanzen Menschen Tango auf dem sonntäglichen Rathausplatz. Ach ja und es gibt auch noch die Touristen. Viele Touristen! Wahrscheinlich genauso viele wie Segovia Einwohner hat und die stehen alle bewaffnet mit Fotoapperat und Stadtplan vor dem 2000 Jahre alten Aquädukt der Stadt und schlendern durch die engen Gässchen dieser spanischen Villa mit viel Geschichte. Römische Einflüsse, maurische Eroberung und schließlich Isabella. Die große spanische Königin, Symbolfigur der Reconquista, die hier gekrönt wurde. Und auch wir waren mit von der Partie und heute, kanpp vier Wochen später, gibt es ein paar Eindrücke für euch.
Ich zog Anfang Oktober in meine neue Wohnung und sofort verstand ich mich mit meinen beiden Mitbewohnerinnen super. Ich bin so froh die beiden kennengelernt zu haben und die Chemie stimmte sofort. Es war so harmonisch, dass M. und ich (S. konnte leider nicht) nach nur 5 Tagen Kennenlernen beschlossen, gemeinsam wegzufahren. Ab nach Segovia, einer kleinen, historischen Stadt, ca. 1h von Madrid entfernt. Es ist wirklich ein unglaublicher Vorteil, dass es um Madrid herum auch noch so viele andere tolle Städte gibt, die man innerhalb von 30min- 2h gut erreichen kann.
M. und ich schälten uns Sonntag früh aus den Betten, fuhren mit der noch leeren Metro durch die im Halbschlaf liegende Hauptstadt und befanden uns nach einer Fahrt mit dem Zug in Segovia. Oder besser gesagt vor Segovia, denn der Bahnhof liegt etwas außerhalb. Nicht schlimm, denn man genießt erst einmal eine wunderbare Aussicht auf die Berge und die Busse fahren alle paar Minuten in die Innenstadt direkt vor das bekannte Aquädukt.
Wir schlenderten durch die Straßen, tranken einen Kaffe zum wachwerden, beugten uns über unseren Satdtplan und erkoren eine kleine Route aus. Wir bestiegen das Aquädukt und genossen ein weitläufigen Ausblick über ein Meer an roten Ziegeldächern und die Steppe der Berge in der Ferne. Wir kamen an alten Mauern, brüchigen Türen, engen Plätzen und alten Gebäuden vorbei. Mit strahlender Sonne auf dem Kopf und klarer Luft in den Lungen. Immer mit kleinen Aussichten auf die Kathedrahle, deren spitze Türmchen man durch so manche Gassenschlucht erblicken konnte.
Auf dem Rathausplatz wurden wir dann Zeugen meines Highlights für diesen Tag. Mitten auf dem Platz um einen kleinen französischen Pavillion herum tanzten die Menschen Tango. Laute, melancholiegeladene Musik schwebte über das Kopfsteinpflaster und die Menschen drehten sich mit komplizierten Fußbewegungen um den Pavillion. Mitmachen konnte jeder und dies ist wohl ein alltägliches sonntägliches Ereignis für die Bewohner der Stadt. Manche Tänzer waren herrvorragend, versanken vollkommen im Tanz und der Musik, drängten sich sehnsüchtig an ihren schwitzenden Tanzpartner und vergaßen die Umstehenden. Andere waren unbeholfener, konnten noch nicht die komplizierten Fußbewegungen und Schrittfolgen nachmachen und freuten sich einfach über den gemeinsamen Tanz. Ich fand das alles so wunderschön und beobachtete verliebt wie sich alte Paare, junge Verliebte und tanzbegeisterte Männer zusammentaten. Es war ein wundervolles Bild.
Und damit auch die Kultur nicht zu kurz kam, besichtigten wir sowohl die Kathedrale mit ihrer Abtei, als auch die alte Burg Alcázar. Wir wanderten durch die alten Gemäuer, ließen uns den Wind auf den Türmen um den Kopf wehen und folgten den Straßen durch das Judenviertel. Stellenweise überströmten einen die Touristen und dann, ganz unverhofft, befand man sich in einer ruhigen Seitengasse mit der brühmt berüchtigten Katze, die in der Nachmittagssonne döst.
Segovia gefiel mir wirklich gut. Zu klein um darin leben oder studieren zu wollen, aber für einen Städtetrip perfekt. So spanisch und voller Geschichte. Ich glaube, dass diese Stadt auch nachts nochmal ihren ganz eigenen wundervollen Charme hat. Mit all den alten Sehenswürdigkeiten, die in traumhaftes Licht getaucht werden und den alten Laternen die dann die Gässchen erhellen.
Eure Coco

Kommentare:

  1. wundervolle Bilder! Du siehst auch echt bezaubernd aus auf den Fotos :)

    Liebst, Ella ♥
    von Ella loves

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  2. Wunderschöne Bilder :) bekomme direkt Fernweh bzw. Lust auf Sommer :D

    Liebste Grüße
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

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  3. Die Bilder sind wirklich wundervoll. Geben die Stimmung so richtig wieder und man bekommt im tristen Herbstdeutschland ziemlich Fernweh. :) Genieß deine Zeit!

    Liebe Grüße
    Linda

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  4. Wow, richtig schöne Bilder! Madrid scheint echt der perfekte Ausgangspunkt für Kurztrips zu sein. :) sehr toll.

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  5. Da bekomm ich direkt Fernweh :)

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  6. Ein toller Bericht über diese schöne kleine Stadt! Ich mag die Bilder wirklich sehr! Das muss ja echt toll gewesen sein diese Menschen dort tanzen zu sehen!;)
    Liebe Grüße,Sarah

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  7. Ahh, amazing! I love the tango (is it tango?) photos!

    http://lasaloperie.blogspot.com


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  8. Oh wie schön! Da wünscht man sich ja direkt hin! Cool, dass du dich mit deiner Mitbewohnerin gleich auf so was einlässt. Wg-Leben ist sowieso was wunderschönes. :)

    Sehr gute Bilder und ich find die Stadt wirklich toll. Sehr viel spanisches Lebensgefühl :)

    Liebe Grüße, Anna

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  9. Sehr schöne Fotos! Das spanische Städtchen scheint in besonders warmes Licht getaucht zu sein, die Farben strahlen ganz viel Wärme aus. :-)

    Liebe Grüße
    Sabrina von
    Happiness-Is-The-Only-Rule <-- Give-Away: Mini Bag von Adidas gewinnen!

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  10. Die Fotos machen wirklich Fernweh :) Einfach wunderbar. Vor allem die Szene mit dem Tango auf der Straße, so schön beschrieben!

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