Mittwoch, 27. November 2013

Madrid, meine ersten Monate- ein Resumee

Ihr lieben dieses Wochenende war Laura endlich hier in Madrid und statte mir einen Besuch ab. Zu kostbar war mir unsere Zeit, als dass ich es geschafft hätte einen Post online zu stellen oder vorzubereiten. Ja, manchmal fliegt mir hier mein Leben in Madrid ganz schön um die Ohren. Dann komme ich nachts nach hause, schiele mit einem Auge auf die Uhr und falle ins Bett. Dabei habe ich so viele Ideen und Postberichte für euch im Kopf. Es bleibt mir kaum Zeit euch wirklich auf dem Laufenden zu halten und ein Update zu geben. Es gäbe so viele Worte, Gedanken und Gefühle die ich euch mitteilen will und so glaube ich, dass uns dieses Auslandssemester auch noch 2014 immer mal wieder auf dem Blog begenen wird. Mit Fotos, Filmen, Gedanken und kleinen feinen Artikeln.

Aber heute will ich euch wieder ein wenig informieren. Es wird ein Gedankenwirrwarr und Wortchaos, denn ich sitze hier gerade in meiner Freistunde in der super schicken Unibiblothek, in gemütlichen Ikeasesseln und versuche meine Gedanken und Gefühle neu zu ordnen. Mir wird dabei klar, dass ich euch unmöglich alles erzählen kann, was in mir vorgeht oder was alles passiert ist. Deswegen ist dies eher eine kleine Aneinanderreihung von Momenten, staccatostilartig aufgeführt, nur um euch ein wenig auf den neusten Stand zu bringen.
Seit knapp drei Monaten wohne ich nun hier in dieser unglaublich schönen Stadt. Habe den Wechsel der Jahreszeiten miterlebt und mich von sommerlich staubigen Straßen auf regendurchnässte Bürgersteige umgestellt. Das Blattlaub im Retiro verwandelte sich von grün, zu braun und gelb. Zwei Umzüge und drei Wohnungen liegen hinter mir und jede Menge Erfahrungen, vor allem Erfahrungen und Erkenntnisse über mich. In den letzten Wochen und Monaten habe ich hunderte neuer Menschen kennengelernt. Manche ganz flüchtig, andere intensiver und wieder ganz andere sehr intensiv. Manche habe ich aus den Augen verloren, sehe ihre Ferundschaftsmarke noch auf Facebook blinken und finde es dennoch manchmal schwer mich an ihre Namen zu erinnern. Mit den anderen verbringe ich abende in lauten Tapasabars, trinke Bier für 70ct die Caña, tanzte monatgs in brütend warmen Clubs und koche ungesundes Essen mit viel zu viel Olivenöl und Salz. Wir schwatzen in Cafés, viel auf deutsch, manchmal auf spanisch. Wir langweilen uns durch Kurse, schleichen uns früher aus dem Unterricht, nur um vor dem Abend noch ein paar Stunden Schlaf abzubekommen.
Mein Leben in Madrid ist in gleicherweise Abenteuer wie auch Alltag. Immer neu, alles auf Zeit. Kurz, intensiv und manchmal dann doch ganz normal. Es ist schwer dies zu beschreiben, aber das Gefühl angekommen zu sein hat sich eingestellt. Meine Schleichwege durch die Stadt, die liebsten Cafés, die Menschen die sich nun gefunden haben, meine Playlist für den Weg zur Uni. Alltag im Abenteuer! Tage die so voll sind von kleinen Abenteueren und neuen  Erlebnissen und dann auch Tage die einem normale Rythmus folgen.
Wenn ich also zurückblicke, auf das was nun schon hinter mir liegt, dann stelle ich erstaunt fest wieviel hier schon passiert ist (und von so vielem wisst ihr gar nichts). Ankunft, die erste Woche, die Zeit mit meiner Freudnin S. hier, Krankheit, die neuen Menschen, Sprachkursbeginn, Tinto de Verano, unser Getränk des Sommers, Ausflüge in andere Städte, Salamance, Segovia, Aranjuez, Toledo, Welcomepartys, 100Montaditos-Nächte, Tage im Retiro, Nächte in den Bars. Umzüge, Besuche, Shoppingtouren, Fotomomente, Lachkrämpfe, Unibeginn, Kinobesuche, Angst wegen dem plötzlichen Rauswurf aus der Wohnung, Gewitterstürme in Aussichtstürmen, Geburtstagspartys, Tage zählen bis zum Wiedersehen, IKEAbesuche, Seifenblasenpartys, Mitbewohnerlachen, Tage an denen ich mich allein gefühlt habe, meilenweit entfernt von meiner Heimat und andere Tage an denen ich mich unendlich gefühlt habe. Stark, glücklich, voller sprühender Lebensfreude.
Ich habe so einiges festgestellt und über mich gelernt. Nicht zuletzt wegen dieser ganzen Geschichte mit dem Umzug. Ich habe erkannt, dass ich vor dem Auslandsjahr eigentlich gar keine Angst vor dem vermissen hatte (wie ich ja immer glaubte), sondern, dass meine Angst viel eher daher rührte, dass ich nicht wusste was auf mich zukam.
Ich mag es gerne Sachen einschätzen zu können, zu wissen wohin ich gehöre; wo mein Platz ist. Und als ich erst einmal hier war und mein neues Lebensumfeld kennenlernte, da war auch jegliche Angst weg. Und nun ist das Gefühl wunderbar, dass ich diese Stadt zu einem Teil meines Lebens gemacht habe. Zu einem Ort, an dem ich mich heimisch fühle, obwohl er eigentlich gar nicht meine Heimat ist. Und auch mein neues Zimmer mit Bildern aus dem Prado und dem Thyssen, einer Lichterkette und meinen super bequemen Doppelbett, in das sich meine beiden Mitbewohnerinnen und ich an windigen Novemberabenden kuscheln, gefällt mir unglaublich gut.
Und nun starte ich voller Elan in die kommenden 2-3 Monate. Die Weihnachtszeit liegt vor uns, der erste Schnee fiel schon in Segovia und dann startet mein Auslandssemester auch schon in den Endspurt. Bis dahin bleiben noch ein paar Reisepläne, Sevilla, der Norden Spaniens, Besuche und Silvester in Madrid... ¡Madrid al cielo!

Kommentare:

  1. Schön geschrieben und tolle Bilder :)

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  2. Wow, das sind ja mal Farben! Tolle Eindrücke!
    LG

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  3. Ich mag deinen schreibstil, macht rießig Spaß deine Texte zu lesen. Und die Bilder sind einfach der Hammer!

    Viel Spaß noch und liebste grüße aus Deutschland <3

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  4. Wow, tolle Eindrücke, danke, dass du sie mit uns teilst! lg Lena

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  5. Hach, schön!Ich freue mich so für dich und wünsche dir noch eine ganz tolle zweite Halbzeit!;D
    Wundervolle Bilder sind das übrigens!
    Liebe Grüße,Sarah

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  6. wunderbare fotos! und die pimientos...ich lieeeebeeee sie!!! genieße die verbleibende zeit in vollen zügen!!!
    lg
    bina

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  7. Das hört sich wirklich toll an und du siehst richtig glücklich auf dem ersten bild aus :)

    Liebe Grüße und noch viel Spaß und tolle Eindrücke wünsche ich dir :)

    http://evrythingiheart.blogspot.de/

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  8. Das war schön zu lesen. Und die Fotos sind mal wieder sehr stimmungsvoll und absolut passend.
    Ich kann mir vorstellen, dass es unglaublich schwer ist, alles in Worte zu fassen, was man in 3 Monaten in einer neuen Stadt erlebt. Kaum zu glauben, dass du nun schon die Hälfte hinter dir hast.
    Ich bin auch schon richtig gespannt auf dein Fazit des Auslandssemesters. Obwohl ich es dann wahrscheinlich noch mehr bereue, die Chance nie genutzt zu haben.
    Aber mir fällt es einfach immer so schwer, etwas so weit in die Zukunft zu planen, dass ich einfach nie den Mut dazu hatte. Vielleicht ergibt sich ja nach dem Master die Möglichkeit noch ein paar Monate im Ausland zu verbringen.
    Jetzt muss ich jedenfalls noch ein bisschen Spanisch lernen, ich schwänze nämlich gerade den Kurs :D

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