Dienstag, 11. September 2012

Von Valencias Stadt und Strand

Heute reisen wir zusammen nach Valencia. Diesen Post wollte ich eigentlich schon bis Sonntag fertig haben, doch dann musste der letzte Sommertag des Jahres im Freibad und mit Pflaumenkuchen genossen werden. Valencia war für mich eine "Tabula rasa", ich wusste wo es lag, ich wusste das es Meer und Stadt zugleich versprach und es einst in maurischer Hand lag.
Doch von der Stimmung und von Aussehen der Stadt hatte ich keine Ahnung. Wir machten uns früh morgens in Madrid auf den Weg, um eine Uhrzeit in der die Stadt noch schläft und nur die Kehrmaschinen sich ihren Weg durch die Straßen bahnen. Ab und zu traf man schon einen geschäftigen Ladenbesitzer der das Putzwasser in einem großen Schwung auf die Straße warf über die gerade noch unser Koffer geklappert war. Wir gingen am Busbahnhof an der großen Anzeigetafel, an der im Minutentakt die neuen Ankunftszeiten herunterklapperten, vorbei und stiegen in unseren Bus der uns nach Valencia bringen sollte.
Wir fuhren an der von  Sonne ausgezehrten Sonnenblumenfeldern und an steppenartigen Tälern vorbei, bis uns unser erste Weg in Valencia direkt nach Ankunft zum Meer führte. Ich liebe das Meer, auch wenn ich die Nordsee lieber mag, mir gefällt das Raue und die Lebendigkeit darin.
Das Rauschen der Wellen, die Schreie von Kinder, der Wind der einem leise ins Ohr flüstert und die Haare tanzen lässt. Es wird mit der Zeit zu einer Melodie die entspannt und einen träumen lässt. Die ersten Stunden am Meer waren wunderbar und ich schwamm hinaus in das von kleinen Wellen gesäumte Meer bis meine Zehenspitzen den letzten Halt verloren und ich auf den Wellen getragen wurde. Die Sonne ließ die gelbe Bluse an den noch meergetränkten Schultern kleben während der sich der Strand zu Abend leerte. 

Unsere Unterkunft war ein Zimmer in einer Wohnung die an Erasmusstudenten vermietet wird, aber während der Semesterferien zur Verfügung stand. Wir zahlten nicht viel und hatten die Wohnung für uns alleine. Am nächsten Tag war der Plan schnell gefasst, es ging wieder an den Strand, der Kontrast zum Städtetrip war zu schön und half die Eindrücke zu ordnen. Es wurde Eis gegessen, viel gelesen und noch mehr geschwommen. Während ich mich in der idyllischen französischen Kleinstadtbeschreibung von Jocelyne verlor, graben sich meine Zehen immer tiefer in den warmen Sand. Ab diesem Moment waren wir wirklich angekommen, viele Erlebnisse lagen schon hinter uns und noch eine wunderbare Zeit vor uns. Der Genuss der Mitte der Reise in der das Ende noch so weit entfernt liegt und der Alltag nur noch Erinnerung ist. 
Am Tag darauf besuchten wir Valencias Altstadt. Überall spürt man die Geschichte und die Entwicklung die diese Stadt erfahren hat. Sie ist durch und durch Spanisch, ich kann es nicht anders beschreiben. Doch auch maurische Einflüsse sind noch zu finden, man merkt es im Aufbau der Stadt und den kleinen Gassen die sich wie Verästelungen durch sie ziehen. Auch hier erfuhren wir die Stadt wieder indem wir uns einfach Treiben ließen. Wir schlenderten durch die traumhaften Markthallen Valencias in denen uns Rufe, Stimmengewirr und der Geruch von salzigen Schinken und süßen Obst begrüßte. Wir standen unter der mit floralen Mustern verzierten Kuppel und tranken Melonensaft, gingen an noch nicht reifen Mandarinenbäumen vorbei, zur Kathedrale hin und tauchten von sonnendurchfluteten Plätzen in dunklere Gassen. 
Valencias Altstadt ist wirklich unglaublich schön, überall reihen sich Olivenbäume an Zitrusfrüchte und sie strahlt eine unglaublich Gelassenheit aus. Nicht selten begegnet man Menschen die einfach barfuß über das Kopfsteinpflaster liefen.
Am Tag darauf passierte dann das Unerwartete: Es war schlechtes Wetter! Im August in Valencia hatten wir damit nicht gerechnet, aber schon morgens schoben sich dicke graue Wolken über das Blau des Himmels und der Wind wehte stärker. Nach einem weiteren Tag in der Stadt besuchten wir gegen Nachmittag das moderne Valencia und nahmen das Museo de las ciencias unter die Lupe. Dieser Komplex ist wirklich beeindruckend und wirkt sehr futuristisch. Die Perspektiven und Architektur sind interessant und man kann immer neue Blickwinkel austesten. 
Abschließend gingen wir zum Hafen und wir fühlten uns schlagartig wie auf dem Deich an der Nordsee. Der Himmel war nun absolut grau und als wir zu Strand gingen, schlug uns der Wind den Sand wie kleine Pistolengeschosse gegen die Beine. Die Wellen schlugen hoch und der Strand war bis auf wenige Hartgesottene wie leergefegt. Wir flüchteten in eines der Strandcafés und kuschelten uns in die Stühle während wir dem Unwetter draußen zusahen, später am Abend gewitterte es.
Der letzte Tag machte uns dann den Abschied schwer, denn die Sonne schien wieder am wolkenlosen Himmel, während sich die Palmen im leichten Wind wiegten. Ein letztes Mal ging es zum Strand, über dessen Promenade der Duft von Salz, Parfum und heißer Grillkohle wehte. Verkäufer legten ganze Maiskolben in die knisternde Glut die knackende Funken aussprühte, welche anschließen in der Luft  verzischten. Röstaromen, dunkel und voll, vermischten sich mit dem Salzwind des Meeres. Nach fünf Tagen verließen wir gegen Abend Valencia wieder, ließen die sandfarbenen Gebäude und das Meer hinter uns, fuhren zurück an den Sonnenblumenfeldern um unsere letzten Tage in Madrid zu genießen. 
Ich bekomme bei den Bildern wieder Reiselust und deswegen wird es mich diese Woche auch nochmal in die Ferne führen. Ich werde am Donnerstag für einige Tage nach Florenz fliegen und noch ein wenig Spätsommer genießen. Pizza, Uffizien, Boboli Gärten und die Wärme der Toskana. Ich bin schon ganz kribbelig im Bauch. Für euch geht es hier aber wie gewohnt weiter und am Sonntag schließen wir dann auch die Spanienreise ab. 
Liebste Grüße, Coco

Kommentare:

  1. Die Fotos sind so schön, besonders das letzte und das mit dem Boot! Und dein Text ist klasse, finde ich aber immer, man glaubt dabei zu sein und alle Eindrücke und gerüche mit dir wahrzunehmen. Immer so weiter bitte!
    Gruß Lisa

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  2. Superschöne Bilder, sieht nach einem gelungenen Urlaub aus !:)

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  3. Genauso schön wie der erste Bericht. Du schaffst es, deine Eindrücke so gut in Worte zu fassen, dass man das Gefühl hat, selbst dort gewesen zu sein. Man kann sich alles so gut vorstellen! Und vor allem hast du mir jetzt so Lust gemacht, die beiden Städte mal selbst zu besuchen!
    Und die Fotos sind natürlich, wie immer, sehr schön!

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  4. Wundervolle Fotos hast du uns da mitgebracht! Das Boot mit dem grün und die roten Gewürze und deine gebräunte Haut und das Urlaubsstrahlen in deinem Gesicht- einfach großartig! Die Bilder vermitteln richtige Urlaubsstimmung!

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  5. Ohja, welch wunderbare Eindrück. Da ist wirklich ein Stück Paradis geblieben :>

    Allerliebste Grüße,
    Katta.

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  6. Du schreibst so wunderschön!Man spürt richtig wie schön du es dort fandest!;)

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  7. ich liebe den farbclash auf deinen bildern. herrlich!

    Heartbeats from Vienna Wedekind

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  8. wunderwunderschön geschrieben und tolle Bilder <3

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  9. danke für´s teilen deiner bilder und urlaubserinnerungen, du hübsche!! :) du strahlst so schön, einfach nur toll und ansteckend.. dir schon mal eine schöne zeit in bella italia.. lass es dir gut gehen!!
    liebste grüße,
    gesa

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  10. wie kann man eigentlich so bezaubernd sein? man merkt, dass dich die stadt in einen ganz besonderen bann gezogen hat und das strahlst du förmlich aus!!

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  11. Wunderschöne Bilder, vorallem das erste ist super! Du bist eine richtig Hübsche :-)

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  12. Ach Coco, das denke ich bei jedem Post von dir - jetzt hat sie sich wieder selber übertroffen :D Bei dem Reisebericht liebe ich aber auch alles: Die Fotos, die so außergewöhnlich und farbenfroh sind. Den Text, nach dem man meint man wäre selber mit dabei gewesen. Und die hübsche Coco mit der tollen Ausstrahlung ♥

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  13. ach ja zu istanbul: daraus wird leider nix mehr. wollte eigentlich vom 8.-12. fahren, also 1 woche vor studienbeginn, aber hatte vollkommen verplannt, das da die einführungswoche von der uni ist. ;)

    ich hoffe, ich kann jetzt in den semesterferien fahren.

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  14. Wow, riesengroßes Fernweh! <3
    & ich bin jetzt neu hier, hi. :)

    http://realitaetsbewusst.blogspot.de

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  15. Hallo,
    ich bin ganz neu hier...

    das sind herrliche urlaubsbilder. aaahhh, bist zu beneiden :)

    lg penny lane.

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  16. tolle bilder!!!! dein urlaub hört sich auch echt toll an!
    bin gerade in alicante und genieße die freie zeit hier sehr!
    (Bis auf die sonnenallergie die wird jeden tag schlimmer)

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  17. sehr schön sieht das alles aus, da muss ich auch einmal hin. bei mir geht es gerade um london… da wars auch super aber leider kein meer

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  18. das Wasser beim ersten Bild ist jah der Wahnsinn!! soo türkis :)

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