Freitag, 7. September 2012

De Madrid al cielo

Ihr Lieben, ich bin wieder zurück aus Spanien. Mit frischer Bräune, tausend wunderschönen Erinnerungen, neuen Lachfalten und viel Fernweh im Gepäck. Die Reise war ein Traum und wird für mich immer zu einer der schönsten meines Lebens gehören. Sie war genauso wie Reisen sein sollten, voll von neuen Entdeckungen, ruhigen Momenten voller Weite und Ruhe, lauten Nächten mit Lichtern und Lärm, Neugier, Lachen und schwerelosen Gedanken. 
Die letzten Tage hatte uns dann der Reiseblues gepackt, wieder hier in Deutschland wollten wir eigentlich nur eines: wieder zurück. Nur langsam gewöhnen wir uns gerade wieder an das zu-Hause-sein. Deswegen gibt es auch erst heute ein Lebenszeichen von mir, ich hoffe ihr versteht, dass ich etwas Zeit brauchte um Erinnerungen, Gefühle und Fotos zu ordnen. 
Nun liegt die Kleidung wieder sauber gefaltet und waschmittelduftened im Schrank, die Koffer sind verstaut und unsere Reiseführer wurden wieder in das Regal eingeräumt, sodass ich langsam anfange, mich wieder auf den Alltag einzustellen. Meine Worte werden niemals das wiedergeben können, was diese Reise für mich bedeutet hat, welches Gefühl ich damit verbinde und wie aufregend ich sie fand. 
Der Urlaub begann schon wunderbar und für mich ist jede Minute kostbar auf ihre eigene schöne Weise. Die Landung in Madrid im hellen Mittagslicht und der Hitzeschlag der uns traf als wir auf das Rollfeld traten, wie wir uns mit unserem Gepäck in den ersten Minuten in der Metro verirrten und schließlich doch ganz sicher unsere ersten Schiritte raus aus dem dunkeln U-Bahntunnel auf die belebte Puerta del Sol machten. Überall klapperten Absätze, tummelten sich Menschen und das Spanische wirbelte uns um die Ohren. 
Madrid ist eine Stadt in die ich mich so verliebt habe! Sie ist so dynamisch und doch in sich ruhend, modern und alt zugleich, prunkvoll und doch leicht, unkompliziert und offen. Ich könnte Zeile um Zeile so weiter schreiben, denn Madrid ist unglaublich!
Die Schönheit dieser Stadt riss uns von den Füßen, eine Stadt so leuchtend weiß, dass sie einen fast blendet und selbst nachts funkelt sie wie ein Kristall. Prunk und Pracht blinzeln einem aus jeder Seitenstraße entgegen. Man kann sich in den kleinen Gassen verlieren oder auf den großen Hauptstraßen flanieren. Und obwohl diese Stadt groß ist und unglaublich viel bietet wirkt sie nie zu anonym und überfordernd. Man fühlt sich aufgehoben, sicher und angekommen. Die Stadt nimmt einen auf, hüllt ihn ihr weißes Kleid, lässt Schmuck und Bänder spielen und gibt einem dabei das Gefühl nie verloren zu sein. 
An unserem ersten Abend in Madrid ließen wir uns treiben, streckten die Nase in die warme Madrider Abendluft und erkundeten, was wir bisher nur gelesen hatten. Und obwohl es schon dunkel war, fanden wir uns in einem Wirbel an Farben, Lichtern, Musik und Menschen wieder. 
 



Es ist die Zeit in der die Stadt erst wirklich lebendig wird. Dann reihen sich Straßenmusiker an Verliebte, Touristen an Opernbesucher in Abenkleidung, Skater brausen an Geschäftmännern vorbei die ein Bier im Restaurant genießen und Omas reden über Fußball. Die Lichter der Gebäude verschmelzen zu einem farbenfrohen Gesamtkunstwerk und in der Luft hängt noch die Wärme des Tages. Die Stadt atmet aus, macht sich schick und lässt gleichzeitig die Abendpantoffeln an um das Leben zu genießen.
Wir hörten nachts aus dem Hostalzimmer dem Treiben auf der Straße zu, auf der bis weit nach Mitternacht noch Geschirr klapperte, Musik spielte, Motorräder über das Kopfsteinpflaster schnellten und Lachen hinauf zu unserem Fenster schwebte.
Wir liefen uns die Füße platt, hielten kurz inne, nur um dann noch schneller die weiteren Geheimnisse dieser Stadt zu erkunden. Es blieb keine Zeit für schmerzende Zehen, dafür zog uns die Stadt zu sehr in ihren Bann.

Am ersten Tag nach der Ankunft verschafften wir uns einen Überblick. Wir liefen die Gran Vía entlang zum Cibeles Brunnen, fanden uns in einer Demonstration wieder, gingen weiter, vorbei an Prado und Thyssen- Bornemisza und entspannten gegen Mittag mit Obst im Parque del buen Retiro. Wir kletterten auf das Centro Dach, staunten über die Weite Madrids, durchstöberten die Bücher der Bouquinisten, besichtigten den Vorhof des Palastes und erlebten dort das zarte orange- rosane Licht der untergehenden Sonne. Bei Dunkelheit schlenderten wir zur Plaza de España und aßen unglaublich gute Churros bei San Ginés bis in die Nacht hinein. Am nächsten Tag besuchten wir den Prado und das Arte Reina Sofía Museum, ich sah endlich die Meninas mit bloßem Auge, fand entzückt ein Selbstbildnis von Dürer verlassen vor und staunte über Picassos Guernica. Es folgten lange Besuche von spanischen Tapas Bars, bei denen wir uns mit dem Kellner anfreudeten und munter Liköre ausgegeben bekamen. Nur um schließlich in einem sehr glücklichen Zustand und mit dem Gefühl sicherlich gut schlafen zu können in die Nacht zu entschwinden.

Am Sonntag besuchten wir den Rastro Flohmarkt und schlenderten zwischen tausend weiteren Leuten die Straßen auf und ab. Die Leute erstanden Pfannen, Schmuck, kleine Holzkästchen, lauschten den Schallplatten der Stände oder tauschten Sammelbilder. Die Zeit scheint hier still zu stehen, es ist einfach ein wunderbare Art seinen Sonnatg mit einem Flohmarktbesuch zu beginnen. Ich kaufte ein kleines schön bemaltes Schälchen, für Oliven oder dergleichen und trug es sicher nach Hause. Anschließend folgte der Besuch des Thyssen- Bornemisza Museums und ich freute mich an der Schöhnheit der dort ausgestellten Impressionisten. Von allen Museen gefiel mir dieses wohl am besten. Abends spazierten wir an der Oper vorbei zum Templo de Debod und bestaunten wie die Stadt unter uns in ein zartes rose hinüberglitt und schließlich in ein tiefdunkles schwarz versank. Danach mussten wir Madrid für fünf Tage auf Wiedersehen sagen und obwohl wir erst seit vier-einhalb Tagen in dieser Stadt waren, fühlten wir uns schon unglaublich heimisch und angekommen. Wir hatten nun eine Woche in Valencia bis wir nochmal für drei Tage zurückkehren würden.
Ich habe so viele Fotos und kleine Texte im Urlaub in mein schwarzes Moleskine geschrieben, aus dem gelegentlich noch etwas Sand rieselt, dass ich eigentlich bis Dezember damit Posts füllen könnte. Doch selbst nach diesen Worten oder Bildern glaube ich nicht, dass ich genau das beschrieben konnte, was ich sagen wollte. Ich freue mich, solltet ihr bis hierhin durchgehalten haben und ich freue mich auch darauf von euch zu hören. Der kommende Post wird dann die Zeit in Valencia behandeln, bevor wir wieder nach Madrid zurückkehren, dann mit einem etwas "bewegteren" Post... Ich werde auch noch zwei Reiseguides schreiben, denn es gibt ja noch so viel zu berichten!
¡Hasta luego!, Coco

Kommentare:

  1. Das klingt nach einigen wundervollen Tagen. Die Fotos sind wunderschön geworden Coco! Man spürt richtig den warmen Wind in deinen Haaren! :)

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  2. wirklich wundervoll! da bekommt man soooofort einfach mal fernweh. ahhhhh ich will auch so gern noch verreisen, aber bei mir haut das dieses jahr wahrscheinlich alles nicht hin. aber ich zähl dann einfach den kleinen trip nach köln dazu. ;)

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  3. Ein bisschen "Zauber" für den Morgen - vielen Dank dafür...

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  4. Oh, ich kann mir sooo gut vorstellen, dass ihr einfach wieder zurückwollt! Hier in Deutschland ist das Wetter ja nun echt nicht einladend und sonst ist es ja im Urlaub auch immer viel toller, als zu hause! :-) Hachja, deine Bilder sind einfach wunderbar!!! Ich möchte unbedingt noch mehr davon sehen!! ;-)

    Komm erstmal langsam im alltag wieder an und gewöhn dich um! Bald heißt es wieder früh aufstehen und selber kochen und waschen und sowas...

    Liebste Grüße
    Anna

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  5. Wow das klingt alles echt toll!Und die Bilder sind herrlich schön!;)

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  6. klingt nach einer tollen zeit & schöne fotos wie immer! danke für die mail :)
    lg

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  7. Das hört sich alles ganz wundervoll an!

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  8. Coco.. du bist ja wieder daaa :) habs jetzt erst mit bekommen :) ich freu mich! und du schreibst immer ganz wundervoll.. Gänsehaut vorprogrammiert! Dein Urlaub scheint wirklich traumhaft gewesen zu sein!
    Grüßlies
    Mary

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  9. Hey Coco,
    ohja du hast recht...de Madrid al cielo :) ich hab ein Jahr in einem kleinen Dörfchen bei Madrid gewohnt und bin in Madrid selbst, direkt beim Plaza del Sol, zur Sprachschule gegangen. Einfach eine so wunderschöne Stadt, dass ich jetzt noch heulen könnte. Ich werde immer Fernweh nach Madrid haben, auch wenn Granada, wo ich jetzt wohne, wunderschön und atemberaubend ist! Aber Madrid hat etwas, was sich einfach nicht in Worte fassen lässt. Man muss es fühlen. Ich hab mal gehört, dass man die Stadt entweder liebt oder hasst. Naja, ich LIEBE Madrid auf jeden Fall :-) Du kannst ja auch mal im Winter nach Madrid reisen, am besten wenn es geschneit hat :)

    Liebe Grüße aus dem kalten Andalusien (-4 Grad nachts + Häuser alle schlecht isoliert + ohne Heizung, brrr!!)
    Steffi

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